11/03/2015

Chateau Florentine

Mit Lust auf Zukunft

Und mit Liebe zur Tradition: Die Einstellung einer weltoffenen Generation von Winzern spiegelt sich in den aktuellen Weinen des Libanon attraktiv wider.


Im Distrikt Chouf, rund 1000 Meter hoch im Libanon- Gebirge südöstlich von Beirut gelegen, hat sich der Unternehmer Roger Yaghi eine Art Denkmal gesetzt: Das Château Florentine wäre einer zeitgenössischen Scheherazade würdig, so prächtig macht es sich inmitten der 150 Hektar Weinberge aus, die Yaghi in den letzten zehn Jahren auf den Terrassen rundherum anpflanzen ließ. Es ist eine beherzte Renaissance.


Geschichtlich reicht der Weinbau im Libanon immerhin so weit zurück wie kaum woanders auf derWelt. Ob nun in Ostanatolien, Georgien, Armenien oder vielleicht doch im ehemaligen Phönizien, wo heute der Libanon liegt – ganz genau last sich der Ursprung von Wein zwar nicht mehr zurückverfolgen, aber dass die Phönizier zu den ersten gehörten, die damit handelten, ist geschichtlich belegt.


Auch wenn diese eine recht wechselhafte Geschichte ist, je nachdem, wer gerade dort herrschte: mal glorreich unter den Römern, dann wieder rückläufig unter den Osmanen.


Eine dritte Gründungswelle began nach dem Ende des Bürgerkriegs. Heute gibt es rund 40 Weingüter im Land, die insgesamt rund acht Millionen Liter Wein abfüllen – und etwa 40 Prozent davon exportieren.


Ob in Batroun im Norden, im Chouf oberhalb Beiruts oder im Beeka-Tal – überall werden alte Weinbaugebiete wiederentdeckt und rekultiviert.


VON CARO MAURER, März 2014


Exhibitor Data Sheet